Jede sechste berufstätige Frau in Deutschland fühlt sich mit ihrem Geld nicht frei – obwohl sie es selbst verdient. Das ergab im Frühjahr eine Studie von Consors Finanz. Nicht einmal vier von zehn Frauen haben sich ein finanzielles Polster geschaffen. Und seither ist es im Außen nicht ruhiger geworden; die Nachrichten erzählen weiter von Unsicherheit.
Und doch erklären die Zahlen nicht alles. Denn da ist ein Satz, den ich in meiner Arbeit immer wieder höre – von Frauen, die seit Jahrzehnten ihr eigenes Geld verdienen, die ein Unternehmen tragen und Verantwortung gewohnt sind: „Das kann ich mir nicht leisten.“
Der Satz fällt schnell, und er klingt nach Vernunft. Doch wer genauer hinhört, merkt: Er beschreibt keinen Kontostand. Er lebt in ihr. Er ist ihr Gespräch mit sich selbst – geführt seit so langer Zeit, dass sie nie gefragt hat, woher er eigentlich kommt.
Genau dort setzt dieser Artikel an. Bei der Frage, woher dieser Satz stammt – und warum er in dir Gehör findet.

Was hinter dem Satz mitschwingt
Wenn eine Frau diesen Satz sagt, schwingt im Hintergrund ein Gefühl mit. Ich erspüre es meist sehr schnell. Doch ich benenne es ihr nicht – ich stelle Fragen, die ihre eigene spürende Wahrnehmung dorthin lenken.
Was sich dann zeigt, ist nicht bei jeder dasselbe. Bei der einen ist es die Angst vor Mangel. Sie verstellt den Blick auf die Fülle, die längst da ist, und lässt sie nicht wertschätzen. Bei der anderen schwingt ein Mangelbewusstsein, das in den Prägephasen ihres Lebens entstanden ist – durch eine gravierende Verlusterfahrung, durch den Verlust von Sicherheit, von Geborgenheit.

Wenn das Ahnenerbe mitspricht
Und dann gibt es Frauen, die nie Mangel erlebt haben und sich trotzdem nichts gönnen. Sie sagen, sie könnten sich nichts leisten, obwohl ihre Zahlen eine ganz andere Geschichte erzählen. Das lenkt den Blick sofort auf ein Ahnenerbe.
Meist jedoch liegt beides übereinander. Was in den Prägephasen verletzend entstanden ist, findet sich auch im Ahnenerbe wieder – und dadurch verstärkt sich das Thema. Dann gilt es, an beidem zu arbeiten: am Prägemuster und am Ahnenerbe.
Ich kenne das aus meiner eigenen Geschichte. Ich wuchs bei meiner Großmutter auf. 1912 geboren, war sie noch ein Kind, als der Erste Weltkrieg begann. Im Zweiten geriet ihr Mann in Gefangenschaft, viele Jahre lang in Sibirien, und starb früh an seinen Verletzungen. Kurz darauf verlor sie auch ihren Sohn – meinen Vater. Das Haus war erst zur Hälfte abbezahlt, die Hypotheken lasteten nun auf ihr allein. Sie arbeitete im Forst und schaufelte Wege im Wald, später ging sie putzen, um ihre Rente aufzubessern.
Bei ihr lernte ich zu sparen und jeden Pfennig umzudrehen. Das hat seine Qualitäten: Ich gehe bis heute sehr bewusst mit Ressourcen um. Doch mir selbst etwas zu gönnen – das musste ich erst lernen. Da war ich schon in meinen Vierzigern.

Kein Raum für Geld: Auch das ist ein Erbe
Ich selbst habe mich früher nie für Geld interessiert. Nicht, weil es keine Rolle gespielt hätte – ich hatte in mir schlicht keine Kapazitäten dafür frei.
So geht es vielen Frauen. Sie kümmern sich nicht um ihr Geld, interessieren sich zu wenig für das Anlegen, das Investieren, das Mehren. Auch das ist ein Erbe. Es waren zumeist die Männer, die sich in der Finanzwelt und in der Wirtschaft bewegten – und bis heute sind sie dort in der Überzahl.
Dazu kommt die Frage der Erlaubnis. Wer nie die Erlaubnis bekam, einen Beruf aus sich selbst heraus zu ergreifen, verdient auch nicht viel – oder erlaubt sich nicht, viel zu verdienen. Und das, obwohl Frauen oftmals weitaus mehr leisten, weil sie Mutter und Berufstätige zugleich sind.
Diese Erlaubnis war lange wörtlich zu nehmen. Erst seit dem 1. Juli 1958 dürfen verheiratete Frauen in der Bundesrepublik ohne Zustimmung ihres Mannes ein eigenes Konto führen und über ihr Vermögen verfügen. Und bis 1977 durften sie nur berufstätig sein, soweit es mit ihren Pflichten in Ehe und Familie vereinbar war. Das ist keine ferne Geschichte. Es ist das Leben deiner Mutter und deiner Großmutter.

Was ist schamanische Ahnenarbeit?
Schamanische Ahnenarbeit, wie ich sie praktiziere, ist eine energetisch-systemische Aufstellungsarbeit. Sie reicht weit über Familienforschung hinaus, auch über die klassische Familienaufstellung, und bezieht die letzten sieben Generationen mit ein.
Begleitet von einer Schamanentrommel und getragen von der bewussten Anbindung an das Höhere Bewusstsein trittst du über Bodenanker direkt in das morphogenetische Feld deiner Sippe ein – und zwar mit jeder Generation einzeln.
Was dort an Lasten, Traumata und unbewussten Loyalitäten wirkt, wird über deinen eigenen Körper unmittelbar spürbar und auf geistig-seelischer Ebene transformiert.
Zugleich werden die Stärken und Potenziale deiner Vorfahren freigelegt. Du empfängst sie als kostbare Ahnengaben – als „Auf-Gaben“. Als innere Ressourcen schenken sie dir Rückenwind für ein freies, authentisches Leben und für deine eigene Bestimmung.

Wohlstand heißt: wohl stehen in dir selbst
Das Wort trägt seine Bedeutung schon in sich. Wohlstand heißt für mich heute: wohl zu stehen in mir selbst. Mich in meinem Körper zuhause zu fühlen, mit mir im Reinen zu sein – und daraus erwächst, was ich Seelenbehaglichkeit nenne.
Das hat mit Geld zu tun, und es reicht weit darüber hinaus. Denn die Reihenfolge entscheidet: erst innen, dann außen. Wer den äußeren Reichtum vor der inneren Fülle sucht, bleibt im Mangel gefangen – in einer Angst, die nie satt wird, ganz gleich, wie viel sich auf dem Konto sammelt.

Warum das Leben dich dorthin führt
Das Leben ist auf Ganzheit aus. So wie dein Körper heilt, wenn er verletzt ist, so liegt dieser Heilansatz in dir: das Bedürfnis, ganz zu sein. Das ist der Prozess der Selbstwerdung.
In der Lebensmitte meldet sich dieses Bedürfnis mit neuer Dringlichkeit. Die Seele ändert ihre Bedürfnisse – und wir finden oft keine Antwort darauf, weil wir noch zu fest im Korsett des Funktionierens stecken. Die Lebensmitte ist keine Krise, die es auszusitzen gilt. Sie ist eine Schwelle, an der die Seele ruft.
Was dich bisher begrenzt hat – geprägte Muster ebenso wie das Ahnenerbe –, darf jetzt aus dem Schatten ans Licht kommen, ins Bewusstsein. Erst dort kann es integriert werden. Was du von deinen Ahnen trägst, ist dir dabei nicht fremd: Deine Seele schwingt damit, weil diese Themen auch in ihr leben.
Aus dieser Integration entsteht Ganzwerdung. Selbstwerdung. Ankommen im Selbst.

Meine Erfahrung mit Ahnenheilung
Ich war eineinhalb Jahre alt, als ich meinen Vater verlor. Er wählte den Freitod. Meine Mutter war sehr jung und völlig überfordert; sie gab mich für einige Jahre zu einer Cousine. Kurz vor der Einschulung kam ich zu meiner Großmutter, der Mutter meines Vaters.
Ich war eine Entwurzelte, noch bevor ich richtig laufen konnte. Der Verlust von Sicherheit und Geborgenheit, der Verlust des ersten Mannes in meinem Leben – das hat einen tiefen Graben in meiner Psyche hinterlassen, ein Trauma.
Weil ich so früh auf mich selbst zurückgeworfen war, begann ich früh zu suchen: nach Identität. Zuerst in der Außenwelt. Ohne den Halt einer Familie im Rücken versuchte ich lange, mir über Leistung einen Wert zu verschaffen – bis ich merkte, dass diese Rechnung nie aufgeht und ich die Antworten nur in mir selbst finde.
Ich machte zahlreiche Familienaufstellungen. Doch das Gefühl der inneren Bodenlosigkeit blieb. Erst bei einem Schamanen fand ich zur Ahnenheilung – und dort konnte die wahre Ursache endlich aufgedeckt und transformiert werden. Sie lag in der fünften Generation.
Wie das geschah, beschreibe ich ausführlich in meinem Buch „Schamanische Ahnenarbeit“ (Mankau Verlag, 2021).

Vom Rinnsal zum Fluss
Nach dieser Ahnenheilung dauerte es eine Weile. Dann bemerkte ich etwas Erstaunliches: Ich interessierte mich plötzlich für Geld. Ich begann, Bücher über das Investieren und den Aufbau von Wohlstand zu lesen. Ich lernte Methoden, mit denen ich einen Überblick über meine Finanzen bekam – und fand Freude daran.
Und dann wuchsen auch die Einkommensströme. Was vorher eher ein Rinnsal gewesen war, wurde zum Fluss. Ich begann, all das zu genießen.
Das entspannte mich. Ich war weniger getrieben und verlor mich seltener im Aktionismus. Immer öfter konnte ich einfach einmal fünf gerade sein lassen und genießen – ohne etwas tun zu müssen.
So begann für mich der wahre Wohlstand: wohl zu stehen in mir selbst.

Ahnenheilung selber machen: Was allein geht und wo Begleitung nötig ist
Es gibt mehrere Wege, dich deinem Ahnenerbe zu nähern, und einige davon kannst du allein gehen.
Wenn du zuerst verstehen möchtest, was deine Vorfahren erlebt haben, beschäftige dich mit Ahnenforschung. Das bringt dich ihnen näher – wenn auch überwiegend auf der Ebene des Verstandes. Auch Bücher über Ahnenheilung sind eine Annäherung.
Tiefer geht es, wenn du in deiner Familie nachfragst. Wie war das Leben deiner Mutter, deiner Großmütter? Welche Entbehrungen, welches Leid haben sie erfahren? Oft entsteht dabei schon ein inneres Resonieren mit bestimmten Themen. Dann helfen dir drei Fragen, bei dir selbst tiefer zu gehen: Was genau resoniert da in mir, womit gehe ich in Resonanz? Wo im Körper spüre ich das vor allem? Und schließlich: Was will mir das sagen?
Frauen, die bereits Erfahrung mit Energiearbeit und spiritueller Arbeit haben, können sich leichter auf eine tiefere Ebene einlassen: auf eine Ahnenaufstellung, die die Gefühle mit einbezieht und den Körper.
Begleitung braucht es vor allem dann, wenn schwierigere Themen deutlich spürbar sind. Bei tiefer Scham und Schuld. Bei stark ausgeprägten sexuellen Schwierigkeiten. Oder bei einer latenten Todessehnsucht – eine Klientin trug sie in sich, und die Ursache fand sich in der sechsten Generation, bei einer Ahnin, die sich das Leben genommen hatte.
Wenn du selbst Gedanken hast, dir das Leben zu nehmen, hol dir zuerst sofort Hilfe: bei deiner Ärztin, bei einer Klinik oder bei der Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111. Die Ahnenarbeit kann danach kommen. Sie ersetzt diese Hilfe nicht.

Wenn der Satz wieder auftaucht
Der Satz wird wiederkommen. „Das kann ich mir nicht leisten.“ Wenn er das nächste Mal in dir auftaucht, weise ihn nicht zurück. Nimm ihn liebevoll auf, so wie du ein Kind an die Hand nimmst. Und dann sag innerlich dazu: Doch. Wir sind es wert – und wir können.
Wenn du wissen möchtest, wo du mit deinem eigenen Fundament stehst: Der Ahnen- & SELBST-Check ist eine erste bewusste Standortbestimmung. Er ist kostenfrei.


