Dunkelheit – der kosmische Nährboden

Wir alle lieben das Licht und haben unsere Welt im Außen entsprechend erhellt, so dass es oft nachts in Konkurrenz zum Licht der Sterne geht und diese für uns nicht mehr so gut erkennbar sind – vor allem in den Großstädten.

Die Dunkelheit hingegen ist negativ besetzt in unserem Kulturkreis und daher unerwünscht. Sie macht Angst, denn meist wird das Böse und die dunklen Kräfte damit verbunden. Dabei handelt es sich bei Licht und Dunkelheit um zwei gegensätzliche Pole, die ein Ganzes ergeben. Für den Schöpfungsvorgang braucht es immer das Weibliche und das Männliche als Kraftpole, so wie + und – bei einer Batterie. Diese gegensätzlichen Pole sind nicht zu bewerten, denn es braucht beide. So ist die Schöpfung eben angelegt. Wenn jedoch ein Pol auf Kosten des anderen gelebt wird, verkümmern letztendlich beide, da sie sich brauchen und bedingen.

 

In den vergangenen Jahrtausenden wurde des weibliche Prinzip weitest gehend unterdrückt und mit negativen Etiketten versehen. Auf diese Weise ist diese Kraft, dieser Pol, sowohl in den Männern als auch bei den Frauen mehr oder weniger nur auf Sparflamme gelebt worden. Dieses Ungleichgewicht ist auch in alles Geschaffene eingeflossen und so haben wir die Welt kreiert, in der wir derzeit leben.

In den letzten Jahren ist jedoch ein Bewusstseinswandel spürbar. Ein Wandel, bei dem das weibliche Prinzip und die damit verbundenen Qualitäten wieder ins Bewusstsein drängen. Ich habe zu Beginn dieses Jahres zwei Artikel    darüber geschrieben.

Wir verspüren plötzlich unser tiefes Bedürfnis nach Verbundenheit mit der Natur, aber Verbundenheit mit dem, was Größer ist als wir, auch wird der Intuition und den Gefühlen wieder mehr Aufmerksamkeit geschenkt, ja sie werden als Kompetenz des Menschen anerkannt. Auch Empathie mit Menschen außerhalb unserer Familien und Nationen ist spürbar und letztendlich spüren wir das tiefe Bedürfnis in Einklang zu kommen mit uns selbst, so dass wir in uns einen Frieden finden als Basis für ein freudvolles und erfülltes Leben.

 

Die Dunkelheit wird dem weiblichen Prinzip zugeordnet. Hier keimt die Saat aus der das Neue entsteht. Wenn wir uns diesem Teil in uns wieder zuwenden und lernen die Stille und das Dunkel zu genießen – sowohl im Außen als auch in unserem Innersten, erfahren wir die dunkle, weibliche Kraft, als heilsamen Gegenpol zur schnelllebigen, hellgrellen männlichen Welt im Außen. So gelangen wir in eine neue Balance und Ausgewogenheit in uns selbst und auch in der Welt, in unserer Gesellschaft.

Denn: Alles ist mit allem verbunden und beeinflusst sich fortwährend. Und daher hat jede noch so kleine Aktion eine Wirkung auf das Ganze.

 

Lasst uns daher die vorherrschende Zeit der Wintersonnwende dafür nutzen und uns der Dunkelheit hingeben, so dass das Licht in uns – das wahre Feuer – sich neu entzünden kann. Vielleicht entdecken wir auf diese Weise das Feuer wieder neu, wie es einst Teilhard de Chardin mit seinen Worten ausdrückte:

 

„Eines Tages, nachdem wir die Winde, die Wellen, Ebbe und Flut und die Gravitation gemeistert haben, werden wir uns auch die Energien der Liebe nutzbar machen und dann, zum zweiten Mal in der Geschichte unseres Planeten, wird der Mensch das Feuer entdecken.“

Ich wünsche allen Lesern und Leserinnen dieser Zeilen, sowie auch allen Menschen mit denen wir verbunden sind ein Frohes Fest – ein Fest der Liebe!

In herzlicher Verbundenheit

Bianka Maria Seidl

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