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Das kleine ICH – ein Vampir

Neugeboren auf dieser Erde ist das Wesen noch im Einklang mit dem Kosmos – in einer universellen Harmonie, verbunden mit dem Leben, mit der Schöpfung. Je nach Kulturkreis entfernt sich das Kind von dieser Verbindung im Laufe der Zeit, erfährt es in seiner Familie Lob und Tadel, Bewertung und Urteil und damit die augenscheinliche Trennung von der Quelle.

Das Gefühl des Getrenntseins erzeugt im Bewusstsein das kleine ICH, das hilflose, das ohnmächtige ICH, das kämpft und sich verteidigt, um zu überleben. Der Strom des Lebens, von dem es einstmals in die Existenz getragen wurde, verebbt mit jedem Nein, mit jedem Widerstand gegen das Leben. Das Leben wird, zusammen mit der Gegenwart, an den Rand der Existenz gedrängt. Das bedürftige, kleine ICH rückt in den Mittelpunkt. Hier, in dieser Position, entsteht die Egozentrik. Alles dreht sich um das bedürftige, kleine ICH.

Zuerst erlebt es sich als bedauernswertes Opfer und holt sich, einem Vampir gleich, die Energie zum Leben von der Aufmerksamkeit seiner Mitmenschen. Die Yin- oder passive Variante des kleinen ICHs sucht das Bedauern, das Mitleid. Die Yang-Variante, die Aktive hingegen verbarrikatiert sich hinter gestählter Härte, greift an und dominiert, sobald es sich bedroht fühlt. Dieses kleine ICH mutiert zum Agressor, zum Täter. Beide Varianten fühlen sich einsam, sind getrennt vom Strom des Lebens und holen sich daher die Energie von ihren Mitmenschen in den vielen kleinen und groß inszenierten Dramen.

Anbindung an das Leben statt Vampirismus

Wie würde unser Leben aussehen, wenn unsere kleinen ICHs sich dessen bewusst werden? Wenn sie anfangen würden die Energie mittels Anbindung an das Leben zu erhalten. Wenn sie sich bewusst werden, dass sie Teil der Schöpfung und somit des Strom des Lebens sind. Ja, der Kraftstrom des Lebens könnte  in unsere kleinen, abgekapselten Lebensburgen einziehen. Die Verbindung mit der Schöpfung und das Leben in Harmonie mit allen Geschöpfen beinhaltet ein Leben in Freude, Stärke, Glück und Frieden. Denn das Leben in seiner Urkraft sendet ständig Ströme und Wellen von Stärke und Herrlichkeit durch den Kosmos. Doch solange die Portale des kleinen ICHs verschlossen sind, fließt das Leben daran vorbei. Das kleine ICH vereinsamt, verbittert, hadern mit seinem “Schicksal”, das es glaubt nicht ändern zu können, Es sieht sich gefangen in Sachzwängen, in fremdbestimmten Tagesabläufen, in emotionalen Verstrickungen und in Abhängigkeiten, sowohl materieller, als auch emotionaler und mentaler Natur.

Ausdehnen, in größere Lebenskreise hineinwachsen

Wie wäre es einmal innezuhalten und das vermeintlich “prall gefüllte Leben” zu hinterfragen?, die Schotten der eigenen kleinen Trutzburg etwas zu öffnen, damit das Licht der Bewusstheit sie durchleuchten könnte?  Wie wäre es zu erkennen, dass das Leben von dem das kleine ICH dachte, dass es das Leben sei, nichts anderes ist als das Ergebnis der eigenen, unbewusst genutzten Schöpferkräfte? Das kleine ICH könnte damit erkennen, dass es die Chance hat sein kleines Leben innerhalb des großen Lebens zu gestalten und zwar in Harmonie mit den Gesetzen und  Kräften der Schöpfung.

Welch eine Zufuhr an Kraft und Schönheit, an Lebendigkeit und Fülle würde das eigene kleine ICH-Leben erfahren? Es würde sich ausdehnen, wachsen und gedeihen, wie alles im kosmischen Leben, so wie der Kosmos sich weiterhin ausdehnt ins unendlich Ewige. Das kleine Ich würde sich bei dieser Entwicklungsreise auflösen im großen ICH, sowie auch das große ICH  eines Tages eintaucht und sich auflöst im großen Strom des unendlich, ewigen Lebens, im AllEinen.

 

 

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In diesem 3. Teil der Beitragsserie “Die 5 größten Hindernisse auf dem Weg zum Sich-selbst-sein” geht es um das uralte Opfer-Täter-Spiel. Wir steigen aus diesem Spiel aus, wenn wir die Verantwortung für unser schöpferischen Fähigkeiten übernehmen und gelangen so auf unsere nächste Entwicklungsebene.

Falls du die beiden vorhergehenden Artikel verpasst hast, kannst du den Beitrag Hier nachlesen.

Hier kommt das 3. Hindernis.

Raus aus den alten Opfer-Täter-Rollen

Wie oft lehnen wir Ereignisse, Umstände und Situationen ab, weil sie in uns an wunde Punkte rühren und ungute und unschöne Gefühle hervorrufen? Die landläufige Art und Weise darauf zu reagieren ist die, dass wir in den Widerstand gehen. Wir lehnen ab, was sich uns zeigt und schlüpfen dabei in verschiedenste Vermeidungsrollen. Dabei geben wir unsere Selbstverantwortung ab. Wir antworten nicht auf die Situation, die wir uns selbst geschaffen haben. Stattdessen spielen wir das alte Opfer-Täter-Spiel. Als passives Opfer ergreifen wir die Flucht, ziehen uns zurück in unseren Elfenbeinturm. Beleidigt und verletzt errichten wir Mauern.  Als Täter starten wir einen Angriff und bekämpfen das, was sich uns zeigt, ohne zu erkennen, dass wir uns damit selbst verletzen.

Angriff und Flucht sind Reaktionen aus unserem Reptiliengehirn, das der älteste Teil unseres Gehirns ist. Somit reagieren wir eher aus unserer tierischen, statt aus unserer menschlichen Natur heraus. Im menschlichen Miteinander spielen wir gerne das unerquickliche Opfer-Täter-Spiel, statt sich unserer angeborenen Schöpferkraft bewusst zu bedienen und eine neue Wahl für eine geeignetere Situation zu treffen.

 

Sich des eigenen schöpferischen Potenzials bewusst werden

Als Mensch sind wir mit einem individuellen Bewusstsein und mit einer Schöpferkraft ausgestattet, die wir bisher meist unbewusst eingesetzt haben.  In der jetzigen Zeit gilt es, dass wir uns unserer schöpferischen Werkzeuge und Fähigkeiten immer bewusster werden, um sie heilbringend anzuwenden – für uns selbst und die Welt.

Wir erwachen derzeit langsam aus einem langen seelischen Winter. Es ist Schneeglöckchenzeit sozusagen. Wir spüren das Licht der Sonne, das unsere Gemüter erhellt und zugleich liegt da noch soviel Altes und Überlebtes in uns, das es zu entsorgen gilt. Das wichtigste, das wir jetzt vollbringen können ist, dass wir das, was wir in unserem Leben vorfinden erstmal annehmen ohne Bewertung, statt in den Widerstand, in den Kampf, zu gehen. Wir haben bisher unbewusst kreiert, weil wir zu wenig Bewusstheit hatten für unsere schöpferischen Werkzeuge und Fähigkeiten. In Momenten der Rekreation, des Ausruhens, können wir das, was wir verursacht haben, überdenken und die Situation neu formen, so, wie sie uns auch entspricht.

Bei diesem Schritt auf die nächste Ebene unserer Entwicklung gilt es die volle Verantwortung für den Einsatz unserer Schöpferwerkzeuge zu übernehmen – für das Denken, das Fühlen, das Sprechen und für das Handeln.

 

Unbewusst Geschaffenes überdenken und neu fühlen und formen

Alles, was sich uns im Jetzt zeigt, haben wir in der Vergangenheit durch viele unbewusste Gedanken, Gefühle und Entscheidungen erwirkt. Im Jetzt gilt es alles erst einmal eigenverantwortlich anzunehmen, völlig ungeachtet ob es uns gefällt, oder nicht. Die Fragen, die wir uns in ruhigen Momenten stellen sollten sind:

  • Wozu habe ich mir diese Situation geschaffen?
  • Was kann ich daraus lernen und somit daran wachsen?
  • Wie entspricht es mir mehr?
  • Was braucht es da von mir?
  • Was gilt es diesbezüglich loszulassen?

Diese Fragen sind aus dem Herzen heraus zu stellen mit dem Verlangen nach Wahrheit. Es gilt die Antworten im Inneren zu erlauschen und sie intuitiv zu empfangen. Manchmal braucht es dafür Zeit und wir dürfen geduldig in die Antworten hineinwachsen. So wie es Rilke in seinem Gedicht beschrieben hat:

 

„Hab Geduld gegen alles Ungelöste in deinem Herzen und versuche,
die Fragen selbst lieb zuhaben, wie verschlossene Stuben und wie Bücher,
die in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind.
Forsche jetzt nicht nach den Antworten, die Dir nicht gegeben werden können,
weil du sie nicht leben kannst. Und es handelt sich darum, alles zu leben.
Lebe jetzt die Fragen. Vielleicht lebst Du dann allmählich, eines fernen Tages, in die Antwort hinein
.“ 

 

Die Macht der freien Wahl erkennen und nutzen

In dieser Zeit, die viele als sehr schwierig erleben, weil die Dunkelheit des seelischen  Winters noch in den Zellen gespeichert ist, haben wir die Chance ins Reine mit uns selbst zu gelangen und uns unserer Schöpferkraft bewusst zu werden. Wenn wir aufhören die alten Opfer-Täter Spiele zu spielen und den Widerstand und Kampf gegen uns selbst und das Leben beenden, werden wir frei für die neue Qualität des seelische Frühlings, der bereits begonnen hat.

Im Bewusstsein unserer freien Wahl erkennen wir, dass wir uns in jedem Moment neu entscheiden können. In der bewussten Wahrnehmung und Akzeptanz unserer Gedanken und Gefühle und in hingebungsvoller Selbstannahme, gelangen wir in eine tiefere Verbindung mit unserem Selbst, dessen Verwirklichung weitaus umfassender ist, als bisher bekannt.

Diese Zeit stellt eine Übergangsphase dar, in der wir die Opfer- und Täterschaft hinter uns lassen und eintreten in unser Mitschöpfertum als erwachter Mensch, der dafür geschaffen wurde es IHM gleich zu tun. Wir alle sind von den neuen Energien dieser Zeit dazu aufgerufen. Befreien wir uns aus den alten, dunklen Tentakeln der vergangenen Jahrtausende. Weiten wir unser Herz, damit alles darin seinen angemessenen Platz findet und heben wir unser Haupt dem Licht entgegen.
Der wahre Mensch steht jetzt direkt vor seinem Schöpfer.

In herzlicher Verbundenheit

Bianka Maria

P.S. Vielleicht interessiert dich das auch.

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Foto© chetan-menaria by unsplash