Je schneller der Strom des Lebens fließt, je höher das Tempo, umso mehr braucht es Zeiten der Entschleunigung. Kommen wir dem nicht nach, verlieren wir uns selbst aus den Augen. Wir leben auf der Überholspur des Lebens, sind im Autopilot unterwegs.

Die Sinne liegen brach, keine Zeit für sinnliche Wahrnehmung, die unsere Seele nähren. Der Verstand beherrscht das Szenario in jedem Moment. Er spinnt unaufhörlich ein feines mentales Gewebe um uns herum, so dass wir unsere Gefühle zumeist nicht mehr wahrnehmen.

So leben wir in diesen modernen Zeiten im Fluss der Informationen und drohen zu ersticken, weil uns der wahre Fluss des Lebens, die Lebendigkeit,  fehlt und wir unsere Seele abgehängt haben. Wir haben die heilige Trinität in uns vergessen – den Dreiklang von Körper, Geist und Seele. Aus unserem materialistischen Selbstverständnis heraus tun wir für den Körper äußerlich sehr viel. Wir lassen ihn mittlerweile formen unseren Vorstellungen von „ästhetisch schön“. Wir trainieren ihn und auch hinsichtlich seiner Ernährung leben wir bereits bewusster.

 

Gefangener Geist – vernachlässigte Seele

Unser Geist hingegen ist zumeist gefangen in den zehntausend Dingen des Alltags. Der Verstand hat sich seiner ermächtigt und so ist der Geist, statt frei zu sein und schöpferisch wirken zu können, ein Gefangener, ein armer Knecht, der nur noch dem kleinen Ich und seinem Überleben und seiner Sicherheit dient.

Und die Seele? Die haben viele von uns vergessen, weil wir nicht zum Leben erzogen wurden. Vielmehr galt es zu leisten, erfolgreich im Wettstreit mit anderen die Karriereleiter zu erklimmen, und seinen Wert über die Schaffung materiellen Reichtums zu belegen. All das soll zu Wohlstand, Freiheit und Glück verhelfen.

Doch ist das wirklich so? Warum nimmt dann in unserem Land, das immer noch eines der reichsten Länder der Erde ist, die psychosomatischen Krankheiten im zweistelligen Bereich zu? Warum erkranken bereits auch junge Menschen in ihren Dreißigern? Und selbst unter Kindern greifen die psychosomatischen Krankheiten um sich.

Wer in der Leistungsspirale gefangen ist lebt einseitig. In der beschleunigten Zeit des Informationszeitalters leeren sich die Lebenskraft-Akkus. Die Defizite werden offensichtlich. Das Feuer der Seele erzeugt nur noch Rauch und Qualm unter der drückenden Last der selbstzerstörerischen Programme. Statt Lebendigkeit, Lebensfreude und Vitalität starren viele jetzt in lähmender Leere auf die Sinnlosigkeit ihres eigenen Lebens.

 

Die Enttäuschung folgt der Täuschung

Sie haben ihre Seele an den ernannten Gott des materiellen und finanziellen Erfolgs verkauft. Dabei haben sie sich selbst,  ihre innere Autorität, ihre höchste Zuflucht, ihre wahre Natur, völlig aus den Augen verloren. Der Dreiklang Körper-Geist-Seele ist gestört. Könnten sie ihn hören, würden ihre Ohren schmerzen, ob der Schieflage der Töne, dem disharmonischen Klang ihrer Stimmung.

Die Vernachlässigung der Seele und damit einhergehend der Verbundenheit mit dem, was größer ist als wir selbst, hat viele aus der Balance geworfen. Jetzt taumeln sie an der Peripherie der äußeren Welt wie Treibholz. Das Selbstbild ihrer fragmentierten Persönlichkeit bröckelt, ebenso das Schein-Fundament und die Schein-Sicherheit, auf denen ihr bisheriges Leben aufgebaut war. Die Kontrolle erweist sich als Hirngespinst und auch die Liebe ist nun demaskiert, steht da mit vielen Seilen und Schnüren, an die einst Bedingungen geknüpft und Menschen gebunden waren.

Die Angst vor der Bedeutungslosigkeit, vor dem Nichts, vor der gähnenden Leere, beherrscht die Situation und der Niedergang zwingt in die Ohnmacht und Hilflosigkeit. Der Turm von Babel stürzt ein und der maskierte Mensch erfährt nach seiner Überhöhung die Erniedrigung.

 

Hinwendung zur Seele als Leitstern

Erst jetzt, nach diesem zu Grunde gehen, nach dem ganz unten ankommen, kann er sich nackt und ungeschützt dem winzig kleinen Licht in ihm – seinem Seelenlicht, zu nähern und hat dabei in die Demut gefunden. Er lässt sich nun vom immer währenden Strom des Lebens ergreifen, tragen und wieder hinaufheben. Diesmal im Bewusstsein seiner heiligen Trinität, die er ist und durch die er sich weiter hinein in seine wahre Natur und Bestimmung entwickelt, wenn er denn die Balance wahrt. Dann kann seine Seele zum Leitstern und er selbst zum stimmungsvollen Leuchtturm werden.

Um  unseren Dreiklang in den schönsten Tönen erklingen zu lassen, tun wir gut daran in diesen schnelllebigen Zeiten uns Zeiten der Entschleunigung zu gönnen, unseren Geist aus der Knechtschaft des Verstandes zu befreien und uns unserer Seele vermehrt anzuvertrauen, als unser Leitstern und unsere höchste Zuflucht – für ein schöpferisches, freies und erfülltes Menschenleben.

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  1. […] Vielleicht wollen Sie auch das hier lesen – Stimmigkeit – Den Dreiklang in uns wahren […]

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