In Teil 1 dieses Artikelserie habe ich über die Lebenskraft an sich geschrieben, um sie wieder vermehrt als die Kraft des Lebens ins Bewusstsein zu bringen. Falls du den ersten Teil noch nicht gelesen hast, kannst du das hier nachholen.

Auf dem Weg in die Moderne hat der Mensch seinen natürlichen Ursprung aus den Augen verloren und damit auch sein Urvertrauen (Element Erde), seine Selbstempfindung (Element Wasser), seine Leichtigkeit (Element Luft) und seine Leidenschaft, sein inneres Feuer und Strahlen (Element Feuer).
Und da hätten wir ja noch das fünfte Element – den Äther, das Ätherische – das Geistig-seelische. Doch davon will nun wirklich viele nichts wissen, wenngleich es wie selbstverständlich genutzt wird, wenn das Fußballspiele oder die Charts der Woche über dieses Element – den Äther – übertragen werden.

Konsum – Füllstoff für die Leere

Ohne natürlichen Bezug zu den Elementen in uns und auch in unserem natürlichen Umfeld, verkünsteln wir unser Leben. Diese Isolation von der Natur schwächt uns, und führt uns auf Dauer in einen unerfüllten Zustand.

Die Natur hat Selbstheilungskräfte, das Künstliche nicht. In einer überwiegend technisierten und künstlichen Umgebung wird der Mensch und vor allem die Seele nicht genährt. Satt dessen entsteht eine innere Leere, ein Mangel. Um die innere Leere nicht fühlen zu müssen greifen viele Menschen zum beliebtesten Betäubungsmittel – dem Konsum, gefolgt von Arbeit, Sport, Alkohol und Drogen.

Die ganze Konsumwelt ist darauf ausgerichtet diesen Mangel kurzweilig zu befriedigen. Doch der Erneuerung-Tournus geht immer schneller, vor allem im technischen Bereich. Was heute noch modern ist, kann morgen bereits veraltet sein und dann schreit es nach einem Up-date. Wir sind Sklaven, gefangen in einer künstlichen Welt und der neue Gott heißt Technik. 

Es ist ein großer Irrtum, eine Illusion, dass sich durch Konsum die innere Leere füllen lässt. Ein noch größerer Konsum erzeugt nach kurzer Zeit ein noch größeres Gefühl von Leere und daher wird das Tempo des Beschaffungsrads immer schneller und schneller angekurbelt. Von wem? Ja, von denen, die tagein und tagaus im kollektiven Hamsterrad laufen und vor allem vom künstlichen Tempo des exponentiellen Wachstums.

Ein produktives, schöpferisches Leben hingegen ist erfüllend. Das ist ein Paradox. Je schöpferischer wir sind, je mehr wir aus uns herausschöpfen, desto mehr Wert und Fülle und damit auch Erfüllung schaffen wir. Konsum hingegen macht uns leer und ist auf Dauer sinnlos, wenngleich wir uns haben erzählen lassen, dass Konsum die Wirtschaft ankurbelt und damit die Arbeitsplätze sichert. Letztendlich profitieren davon wirklich nur ein paar wenige, während die Konsumenten gefangen sind im Rad der vielen Kosten und Verbindlichkeiten. 

Und weil die Welt da draußen ständig fordert und bedient werden will, kommen viele von uns nicht dazu sich auf sich selbst und ihre elementaren Bedürfnisse zu besinnen. 

Achtsamer Umgang mit den Elementen um uns und in uns

Hier ein paar Gedanken dazu, wie wir wieder vermehrt in Verbindung mit den elementaren Kräften kommen und mit ihnen achtsam umgehen und dabei unsere eigene Lebenskraft stärken.

 

Element Erde

Der achtsame Umgang mit den Ressourcen der Erde und eine bewusste Wiederverbindung mit ihren Kräften stärkt zugleich auch unser eigenes Erdelement, das uns mehr Ruhe und Gelassenheit aber auch das Vertrauen des Genährt- und Getragenwerdens schenkt. Lassen wir uns bewusst darauf ein, empfinden wir vielleicht zum ersten Mal so etwas wie ein Urvertrauen.

Das Erdelement in uns ist wie ein Acker, der einfach da liegt und darauf wartet, dass er einen Samen empfängt, ihn nährt und so zum Wachsen und Gedeihen bringt. Gelassenheit und Ruhe sind die Merkmale für ein gesundes Erdelement in uns und auch in der Gesellschaft. Schließlich kommt aus dieser Ruhe auch die Kraft. Schenken wir uns daher ausreichend Ruhe und Entspannung, Auszeiten, in denen wir nichts tun, stattdessen uns dem Einfach-sein hingeben.

Kleine Übung um die Erdenergie deutlicher zu spüren
Lenke deine Aufmerksamkeit auf deine Füsse, deine Fußsohlen und spüre den Kontakt zum Erdboden. Halte deinen Fokus für eine Weile und spüre dabei was passiert. Wie fühlt es sich nach einer Weile an? Welche Empfindungen hast du ?

 

Element Luft

Wenn wir uns dem Element Luft in liebevoller und achtsamer Weise wieder zuwenden und uns fragen, was wir tun können, um dieses Element rein und sauber zu halten, pflegen wir zugleich auch das Luftige in uns, das uns Leichtigkeit und Beweglichkeit im Geist schenkt. Statt weiterhin festzuhalten an unseren zementierten Einstellungen und Ansichten, unserem Rechthaben-wollen und unseren Abertausenden Begründungen und Rechtfertigungen, dürfen wir all das einfach loslassen, als das was es ist: „unnützes Zeug“, das uns nicht weiterbringt in unserer persönlichen, als auch in unserer geistig-seelischen Entwicklung.
Bewusstes Atmen ist eine wunderbare Möglichkeit um das Element Luft zu wertschätzen und uns von dem darin enthaltenen Sauerstoff und dem Chi, der Lebensenergie, erfrischen und erfüllen zu lassen. Einen erfüllenden Atemzug nehmen  ist zugleich auch das Leben bewusst anzunehmen und es dann wieder in Dankbarkeit mit dem Ausatmen zu entlassen. Welch ein nährender, kraftspendender Vorgang.

 

Element Wasser

Wenn wir uns dem Wasserelement wieder mit Achtung und Liebe zuwenden und es ihm gleichtun, indem wir das Leben einfach fließen lassen, dann trägt es uns sanft auf dem Strom des Lebens hinein in die größeren Lebenskreise. Wir empfinden uns selbst, erspüren unsere wahren Bedürfnisse und die unserer Seele. Wir geben uns ausreichend Raum für die seelischen Belange, ergründen unsere Tiefen und entdecken die Geheimnisse des Lebens in uns. Wasser sucht in seiner Bewegung immer den tiefsten Punkt und so unterstützt uns das Wasserelement in die Tiefe zu gehen, das eigene Gemüt zu erforschen, Empathie zu zeigen und uns mit unseren Mitmenschen und auch mit allem Lebendigen verbunden zu fühlen. 

Außerdem hat Wasser die Eigenschaft der Selbstreinigung. Ist dieses Element in uns wieder lebendig, fällt es uns leicht loszulassen von dem, was überlebt ist, uns anzupassen und mit dem zu fließen, was gerade ist, vorbei an den Hindernissen, die augenscheinlich den Weg versperren. Wasser schleift den härtesten Stein, formt ihn und findet immer einen Weg. 

Wenn das Wasserelement in uns stagniert, weil unsere Gefühle nicht fließen dürfen, fühlen wir uns wie abgestandenes Wasser in einer Pfütze, während wir auch die Kraft eines sprudelnden Baches und machmal sogar eines mächtigen Wasserfalls in uns tragen. 

 

Kleine Übung, um die Wasserenergie in uns deutlicher zu spüren

Setze dich in einen bequemen Sessel und schließe deine Augen. Atme ein paarmal tief ein und aus. Hole dabei deine Atemenergie tief in deinen Bauchraum. Dann lass vor deinem inneren Auge allmählich einen Wasserlauf, einen Bach, entstehen. Nimm ihn wahr. Wie tief ist das Wasser?  Wie schnell fließt das es? Gibt es Steine im Bach? Fließt das Wasser frei, oder staut es sich? Welche Farbe hat es? Welchen Geruch? Wie sieht das Ufer aus? Wie ist der Gesamteindruck? 

Nach einer Weile komme mit deiner Aufmerksamkeit wieder in die Außenwelt zurück. Die Art, wie sich dir das Wasser und der Bach bezeigt haben, sagt sehr viel über deine Wasserenergie und zugleich auch über den Fluss in deinem Leben aus. Reflektiere darüber, das kann allemal sehr erhellend sein.

Soweit für heute. Teil 3 mit dem Element Feuer und … dem 5. Element folgt nächste Woche.
Gerne lese ich deine Gedanken zu meinem Beitrag und freue mich auf einen bereichernden Austausch. Danke!

 

In herzlicher Verbundenheit
Bianka Maria

 

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