Dem eigenen Grundrauschen lauschen

Lausche deinem Herzen, fühle die zarten Regungen, seine Empfindungen und schenke ihnen deine Aufmerksamkeit. Nicht immer sind diese harmonisch. Vielmehr zeigen sie sich nach den vielen Jahren der Unterdrückung, des Ignorierens erstmal zögerlich.

Der Fluss ist noch stockend, so als müsste er viele Hindernisse umfließen. Und da kann es natürlich vorkommen, dass dort, wo ein Hindernis im Weg ist, sich der Fluss um das Hindernis kräuselt. Dabei entstehen Blasen, die später als Schaumteppich auf der Oberfläche des Flusses dahintreiben und vielleicht gar nicht so schön anzusehen sind. Doch im Laufe der Zeit löst sich dieser Schaumteppich wieder auf. Die Reibung mit den Strudeln und Wirbeln im Wasser bricht die Oberflächenspannung der einzelnen Blasen, wodurch sie ihre Existenz verlieren und wieder Teil des Flusses, des größeren Ganzen werden.

So verhält es sich auch mit unseren Schatten, wenn wir es ihnen erlauben an die Oberfläche unseres Bewusstseins zu gelangen und dort für eine Weile wahrnehmbar zu sein. Sie bilden einen Abschaum, den wir meist sofort wieder weg- und abschieben wollen.

Über viele Generationen hinweg haben wir gelernt das augenscheinlich „Böse“, „Dunkle“, „Schmerzvoll“ und „Ungute“ zu verdrüngen. Wir haben es weggesteckt, verdrängt in die Tiefen des eigenen Seins. Hier lagert es und schaltet und waltet mit einer großen Macht. Oftmals wird dadurch Erfolg und Erfülllung verhindert, Gesundheit unterminiert, Krankheit hervorgerufen und Liebe pervertiert in Abhängigkeit und Hass.

 

Den Abschaum wahrnehmen

Über unsere Ausstrahung projiziert unser Unterbewusstsein diese verdrängten Seiten und Anteile von uns hinaus in die Welt. Dort erfahren wir sie dann im Außen. Sie kommen uns in anderen Menschen, Umständen und Ereignissen entgegen. Je unbewusster wir sind, desto mehr werden wir das, was sich uns im Außen zeigt ablehnen, es verurteilen und im schlimmsten Fall bekämpfen, wie derzeit den Terror,
der letztendlich in den Menschen selbst wütet, weil das Verdrängte derzeit aus den tiefsten Schichten des Unterbewusstseins an die Oberfläche drängt.

Dieser Schaumteppich ist derzeit für viele ein Abschaum des Bösen. Als Mensch, der sich getrennt von der Schöpfung sieht und fühlt, wirkt dies lebensbedrohlich und so werden im Gehirn die Kampfhormone ausgeschüttet, die die Energie liefern für aggressive Wortgefechte wie derzeit in den sozialen Netzwerken.

 

Wären wir zum Leben erzogen worden …

hätten wir gelernt, dass diese äußeren Erscheinungen, wenn sie uns innerlich stark berühren, etwas mit uns selbst zu tun haben. Wir hätten ein Bewusstsein dafür entwickelt, dass wir den größten Beitrag für diese Welt erbringen, indem wir diese tief verdrängten Anteilen in uns selbst, und nur hier, erlösen können und wir würden vor allem die Verantwortung für unsere Gefühle und unser Denken und Handeln übernehmen.

Selbsthass, Ohnmacht und Machtmissbrauch, Verlust- und Versagensängste, Angst vor Isolation, vor der eigenen Wertlosigkeit, vor der Unzulänglichkeit, vor dem Verletzwerden, all das lagert in uns, mehr oder weniger und in dieser Zeit des Umbruchs und des großen Bewusstseinswandels geht es darum, dass wir reif werden für das Leben. Dass wir wach werden, genau genommen Er-wach-sen werden und die Verantwortung übernehmen für das, was sich uns auf der Projektionsfläche in der äußeren Welt zeigt.

 

Ein achtsames, wertfreies Aha für uns und die Welt

Es braucht ein achtsames und wertfreies Aha, für das, was wir wahrnehmen. Es braucht, ein Öffnen unserer Herzen, soweit wie Scheunentore, damit wir all das Verdrängte, Unerhörte und Unerlöste darin aufnehmen können.
Das Herz hat die Fähigkeit sich zu öffnen und zu weiten. Hier lösen sich die Mauern der Trennung, die das Denken erschaffen hat. Im Ballsaal des Herzens tanzt die Angst mit der Freude und wird dabei durch die stärkste Kraft im Universum, die hier im Herzen wirkt, gewandelt – die Liebe.

Das Gehirn kann das in dieser Form nicht. Daher ist die höchste Instanz für die Probleme dieser Welt das Herz und weniger das Gehirn. Das hatte auch Einstein erkannt, indem er sagte, dass die Probleme dieser Welt nicht mit den gleichen Mitteln gelöst werden können, wodurch sie erst entstanden sind.

Mit dem beherzten Annehmen des bisher Ausgeschlossenen, des Verdrängten, kann und soll jeder gereifte Mensch bei sich selbst beginnen. Damit leistet er den größtmöglichen Beitrag für eine lebenswertere Welt, in der langsam ein zartes Morgenrot von einem neuen Morgen kündet.

 

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2 Kommentare
  1. Cornelia Messmer
    Cornelia Messmer sagte:

    Guten Tag Frau Seidel,
    zu-fällig bin ich gestern auf Ihrer Webseite gelandet. Ihre Texte beschreiben vieles was auch ich empfinde. Es ermutigt und bestätigt mich und vermittelt mir ein Gefühl von Familie, da diese Erfahrungen nicht mit vielen Menschen geteilt werden können.
    Herzlichen Dank,
    Cornelia.

    Antworten
    • BiankaMariaSeidl
      BiankaMariaSeidl sagte:

      Liebe Cornelia Messner,

      vielen Dank für Ihren Beitrag. Ich habe mit großem Interesse gelesen, dass mein Gedankengut Ihnen ein Gefühl von Familie vermittelt hat.
      Das berührt und freut mich zugleich. Ich schreibe sozusagen als alte Seele für reife und alten Seelen und dazu gehen Sie in Resonanz.
      Denn ab einem bestimmten Seelenalter wissen wir um diese Dinge, ohne dass wir das in der Schule hätten lernen müssen.

      Schön, dass Sie auf meine Website gefunden haben. Stöbern Sie ruhig ein bisschen.

      In herzlicher Verbundenheit
      Bianka Maria Seidl

      Antworten

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