Innere Freiheit Teil 1 – Die Schritte 1 bis 3

 

Freiheit ist ein kostbares Gut und für viele Menschen hat es einen hohen Stellenwert. So verschieden die Menschen sind, so verschieden sind ihre Vorstellungen von dem, was Freiheit für sie bedeutet und somit auch der Ausdruck dieser Freiheit. Doch immer handelt es sich dabei um die äußere Freiheit, um die Freiheit in der Welt.

Wer ein freies und selbstbestimmtes Leben führen will, kommt nicht umhin, sich auch mit seiner inneren Freiheit auseinander zu setzen. Denn die innere Freiheit geht der äußeren Freiheit voraus. Das Leben entsteht zuerst im Inneren.

Das Paradoxe daran ist, dass es gar nicht darum geht etwas für die innere Freiheit zu tun. Vielmehr geht es darum sie ans Licht treten zu lassen, weil sie schon immer da war und da ist. Es gilt somit diese Freiheit in sich selbst zu entdecken und all das, was sie verschleiert aufzudecken, die Schleier der Illusion zu lüften. Das klingt einfach, ist aber nicht leicht.

Denn diese Schleier wurden vor langer Zeit gewoben und unser freier Wesenskern ist in diesen Mustern eingewickelt. Ihn gilt es zu befreien, indem wir uns ent-wickeln und all das hinter uns lassen, was nicht unserer wahren Natur entspricht.

 

Die Schleier der Illusion lüften

Wir tragen Masken und fahren viele Vermeidungsstrategien. Dabei verleugnen wir unsere wahre Natur. . Wir machen uns kleiner als wir sind, aus Angst nicht gut genug zu sein. Wir sabotieren uns selbst aus Angst vor unserer Lebendigkeit. Wir kritisieren, verurteilen und bestrafen uns selbst, aus Angst, nicht wertvoll zu sein. Wir gieren nach allem was glänzt und Lust verspricht, doch innerlich haben wir Angst vor dem Mangel, Angst vor Wachstumsstillstand. Wir ziehen uns zurück in unser Schneckenhaus, schöpfen unsere Potenziale nicht aus, aus Angst davor uns zu zeigen und dabei zu riskieren verlacht, abgewiesen und verletzt zu werden. Wir sind getrieben, ungeduldig mit uns und anderen, tanzen auf vielen Hochzeiten und haben das Gefühl nie anzukommen, aus Angst davor etwas zu versäumen. All das geschieht in unserem Inneren und wenn wir nicht aufpassen, sind und bleiben wir gefangen in diesem Schleier der Illusion.

Wollen wir also wirklich frei sein, gilt es hinter die Masken zu schauen und sie abzulegen. Es gilt unsere Vermeidungsstrategien zu durchschauen und uns selbst neu zu er-finden.

Der wichtigste Part dabei ist, dass wir mit uns ins Reine kommen. Dass wir den Weg frei machen, so dass unserer Kern, unser wahres Wesen durch uns hindurch leuchten kann und wir unser Licht erstrahlen lassen und damit die Welt erhellen.

Ins Reine kommen mit sich selbst – die 7 wichtigsten Schritte

  1. SELBSTGEWAHRSEIN 
  2. SELBSTVERANTWORTUNG
  3. SELBSTEMPFINDUNG + SELBSTANNAHME
  4. SELBSTVERZEIHUNG 
  5. SELBSTACHTUNG 
  6. DANKBARKEIT
  7. SELBSTZEIT

 

1. Selbstgewahrsein

Sich seiner Selbst gewahr zu sein bedeutet, sich selbst Aufmerksamkeit zu schenken. Es bedeutet offen und empfänglich zu sein, sich berühren zu lassen von dem, was ist. In diesem Empfangen liegt entweder die Möglichkeit der Erweiterung oder der Verengung. Immer dann, wenn das, was wir empfangen uns augenscheinlich verletzt, ziehen wir uns zusammen. Manche Menschen nur ganz kurz, um dann anzugreifen und das, was sie verletzt, abzuwehren. Andere wiederum flüchten, ziehen sich noch tiefer in sich zurück, schließen die Schotten und sperren das Leben erneut aus.

Das Annehmen dessen, was uns verletzt, ohne uns zu verschließen, ist eine große Herausforderung und verlangt unsere ganze Aufmerksamkeit. Bereits Jesus ließ uns wissen, dass wir demjenigen, der uns auf die rechte Backe geschlagen hat, auch noch unsere linke Backe anbieten sollen. Er sprach nicht von Rückzug und Vergeltung.

Frage dich selbst:

  • Inwieweit bleibe ich in der Begegnung mit anderen Menschen offen für das, was ist und was geschieht? Oder Schenke ich dem anderen in der Begegnung Raum und Aufmerksamkeit?
  • Schenke ich mir selbst Aufmerksamkeit indem ich bei mir bleibe und wahrnehme, was in mir geschieht während dieser Begegnung?
  • Oder findet die Begegnung eher im Kopf statt, im Bewerten des anderen, oder ich bin damit beschäftigt was ich jetzt gleich sagen werde, ohne dem anderen wirklich zuzuhören und ihn wahrzunehmen?

Übung: 

Mach eine Projekttag und entscheide dich dafür anderen Menschen auf neue Art zu begegnen, indem du sie wahrnimmst, ihnen deine Aufmerksamkeit schenkst und trotzdem bei dir bleibst. Reflektiere am Abend über diese Art der Begegnung. Was hat sich verändert? Was kann dadurch entstehen?

 

2. Selbstverantwortung

Gelingt es uns offen zu bleiben und dabei unsere inneren Regungen, unsere Gefühle und unser Denken wahrzunehmen, gilt es im 2 Schritt die Verantwortung dafür zu übernehmen. Es sind unsere Gefühle, es ist unser Denken und wir sind es auch, die es wahrnehmen und auch verändern können. Übernehmen wir die Verantwortung für uns selbst, für unsere Gefühle, unser Denken, Sprechen und Handeln, so entkommen wir der Opferrolle. Wir beenden damit augenblicklich ein altes Spiel, das in der neuen Zeit nicht mehr angemessen ist. Denn das Leben ruft uns auf die nächste Ebene unserer evolutionären Entwicklung. Es ruft uns auf die Schöpferebene und Selbstverantwortung ist das Codewort für diese Ebene.

Dabei ist es auch wichtig die Verantwortung für das zu übernehmen, was bisher in unserem Leben gewesen ist, für unsere Herkunft, all unsere Herausforderungen und Schwierigkeiten verbunden mit Leid und Schmerz. All das hat uns zu dem gemacht, wer und was wir sind. Es ist sozusagen der Humus auf dem unser Glück gedeiht.

Frage dich selbst:

  • Inwieweit übernehme ich bereits die Verantwortung für mich selbst?
  • In welchen Lebensbereichen mache ich es noch nicht?
  • Bei welchen Gelegenheiten  gebe ich die Verantwortung an andere ab und welchen augenscheinlichen Vorteil habe ich daraus
  • Bei welchen Gelegenheiten beschuldige ich andere, statt die Verantwortung für das, was ist zu übernehmen?

Übung: 

Mach wieder ein kleines Projekt für einen Tag lang oder auch 3 Tage, wenn es dir schon leichter fällt. Übernimm an diesem Tag oder auch während der 3 Tage, die volle Verantwortung für das, was in deinem Alltag geschieht – egal, ob im Job, mit deinem Partner, deinen Kindern, mit Freunden.

Statt in den Widerstand zu gehen, akzeptiere, was sich dir zeigt und übernimm die Verantwortung dafür. Reflektiere in einem ruhigen Moment, warum es solch eine Situation in deinem Leben gibt. Was hat dazu geführt? Was gibt es daraus zu lernen?

 

3. Selbstempfindung und Selbstannahme

Die Entwicklung in den vergangenen Jahrhunderten hat dazu geführt, dass wir hier im Westen unsere kognitiven Fähigkeiten sehr stark entwickelt haben, jedoch auf Kosten unserer Fähigkeit zu fühlen. Wollen wir ins Reine kommen mit uns selbst, ist es wichtig uns  für uns und unsere Gefühle zu öffnen und uns wieder vermehrt zu empfinden. Denn das Fühlen ist der nächste Schritt in die größere Freiheit hinein. Als Kind haben wir die Welt uns in erster Linie über die Gefühle erfahren. Hier liegt daher der Schlüssel zu uns und den verborgenen Mustern im Unterbewusstsein. Erst wenn wir bereit sind uns selbst zu empfinden und diese, in früher Kindheit entstandenen Muster, zu fühlen, können wir sie annehmen, so dass sie sich auflösen. Indem wir uns bedingungslos in dem annehmen, was wir fühlen, wie wir uns fühlen, öffnen sich uns die Tore in die innere Freiheit mit jedem Mal mehr, wo es uns gelingt uns selbst anzunehmen und auszuhalten.

Frage dich selbst:

  • Inwieweit kann ich mich selbst gut fühlen?
  • Wie gehe ich mit unguten Gefühlen in mir um? Verdränge ich sie und lenke mich ab?
  • Wie gehe ich in schwierigen Situationen mit unguten Gefühlen des anderen um?

Übung: 

Leg wieder einen Projekttag ein. Diesmal entscheide dich, dass du mehrmals am Tag innehältst. Dabei frage dich, wie es dir gerade geht und nimm dein Befinden wahr, deine Gefühle. Nimm einfach wahr und vor allem nimm dich so an, wie du dich gerade fühlst.

Sage dir, dass du in Ordnung bist, so wie du dich gerade fühlst, so wie du gerade bist. Beobachte, wie sich dadurch dein Befinden verändert, ohne etwas dafür zu tun.

Teil 2 – Die Schritte 4 bis 7 folgen in 14 Tagen

 

Danke für deine Aufmerksamkeit.

 

In herzlicher Verbundenheit

Bianka Maria Seidl

 

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