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Die dunkle Nacht der Seele und ihr Schatz

Inhalt

Die dunkle Nacht der Seele und ihr Schatz


Es gibt Zeiten im evolutionären Rad des Lebens wo die Menschheit an eine größere Schwelle gelangt. Je nach Alter und Entwicklungsgrad des Individuums fordert diese Schwelle dazu heraus, das Gewohnte und Vertraute grundlegend zu hinterfragen und dann auch zu verlassen – dies sowohl als Individuum, als auch als Kollektiv. Das Leben selbst erhebt sich auf die nächste Stufe seiner Entwicklung. Wir, als ein Teil davon, tun gut daran vermehrt innezuhalten, uns zu besinnen und zu fühlen, was wir bisher unterdrückt und verweigert haben. 

Alte Rollen und die verschlissenen Kleider

Wir haben uns in verschiedenste Rollen begeben und uns damit identifiziert. Doch in dieser Zeit spüren immer mehr von uns, dass diese alten Rollen und Kleider nicht mehr passen. Zu eng sind sie geworden und veschlissen. Durch die Risse an verschiedenen Stellen berührt uns bereits das Leben auf der nackten Haut und wir fürchten um unser kleines, isoliertes Leben, bangen um unseren Untergang. Wir empfinden endlich die Angst, vor der wir uns ein Leben lang schützen wollten. Manche haben sich regelrechte Rüstungen zugelegt zum vermeintlichen Schutz. Doch jetzt werden diese dicken Panzer zu Gefängnismauern, die deutlich als solche gefühlt werden.
 
Wir haben in unseren Rollen und Kostümen Schutz gesucht vor dem, was wir nicht fühlen wollten. Vielmehr haben wir uns von unserer besten Seite gezeigt, uns in die besten Kleider geworfen, um dazu zugehören und letztendlich geliebt zu werden. Wir haben uns angestrengt so zu sein, wie uns die Welt da draußen haben wollte, damit sie funktioniert, damit alles seine augenscheinliche Ordnung hat, ohne eine Ahnung von den Gesetzen und der Ordnung des Lebens zu haben. Doch der Preis war hoch. Statt uns in unserer Seele und in ihrem Licht und Glanz zuhause zu wissen, haben wir versucht im äußeren Licht gut dazustehen.

Alles Verdrängte gelangt jetzt ans Tageslicht

Wir haben versucht unseren inneren Hunger und Mangel damit zu stillen, dass wir uns in einem Übermaß von der Erde genommen haben, ohne ihr auch wieder etwas zurück zu geben und einen gesunden Ausgleich damit zu schaffen. Wir haben unsere Ängste vor Unzulänglichkeit, vor Minderwert, vor der Unwägbarkeit des Lebens, vor Mangel, vor Verletzung, vor Versäumnis, und vor der Lebendigkeit verdrängt und zu ihrer Vermeidung sind wir in verschiedene Rollen und Kostüme geschlüpft. Denn sich mit seiner Angst zu zeigen, das gehörte nicht zum herrschenden Verhaltensrepertoir der Außenwelt und war somit nicht gewünscht. So haben wir unsere dunklen Seiten unterdrückt, weggesteckt und kompensiert. Doch all das geht jetzt nicht mehr. Das Dunkle zeigt sich jetzt im Außen, drängt mit einer großen Macht an die Oberfläche und wird für uns alle sicht-, fühl- und erlebbar.

Gesetzmäßigkeit leben – Gegensätze in sich bewusst vereinen

Die Zeiten ändern sich gerade drastisch und ein evolutionärer Wandel fordert die Wirksamkeit der Gesetzmäßigkeit des Lebens ein. Die Polarität des Lebens will gelebt werden von uns als Mensch und Menschheit. Es ist unsere Verantwortung die Gegensätze in uns zu vereinen. Um in eine neue Balance zu gelangen werden wir für eine Weile das Dunkle und Chaotische, das wir in uns tragen und verdrängt haben im Außen erfahren, so dass wir es erkennen, annehmen und integrieren können, als Teil des Lebens, als Teil von uns selbst.

Heilen und dabei ganz werden

Zugleich haben wir dadurch die große Chance zu wachsen, vollständiger zu werden. Der Schein wird dem echtem Sein weichen und wir werden unsere Zuflucht und unser Glück dort finden, wo es wahrlich zuhause ist – in uns selbst, in unserer Seele. Dieses stetig keimende Licht in uns wird uns Trost sein, uns wahre Geborgenheit schenken und uns den neuen Weg als Mensch und Menschheit weisen.
 
Wagen wir es und vertrauen wir uns dem großen Strom des Leben an, der uns einem neuen Morgen entgegenträgt!


2 Antworten

  1. „Um in eine neue Balance zu gelangen werden wir für eine Weile das Dunkle und Chaotische, das wir in uns tragen und verdrängt haben im Außen erfahren, …“.
    Genau so ist es. Und wie du schon schreibst, wird es zum Glück nur zeitweise chaotisch und dunkel wirken, denn man muss immer nur eine begrenzte Zeit „durchhalten“, seine inneren Schatten einfach mal zulassen, um dann hindurch zu Frieden zu transzendieren.
    Ein schöner Beitrag, liebe Bianka!

    1. Lieber Marco,
      es freut mich zu lesen, dass dieser Vorgang des „Erlösend“ der eigenen Schatten schon so klar und deutlich erkannt und auch formuliert wird. Es geht wirklich darum diese Anteile in uns zuzulassen und sie dann „auszuhalten“, wie ich es in meiner Sprache ausdrücke. Das Halten ist ganz wichtig – sei es das Innehalten, das Durchhalten oder auch das Aushalten. In jedem Falle geht es darum – das sich „Unterhalten“ lassen einmal abzustellen und innezuhalten :-). Damit der wahre Halt in sich selbst gefunden werden kann und all das Dunkle und Schwere, wie du es formulierst “ hindurch zu Frieden zu transzendieren.“
      Danke für dein Kommentar zum meinem Beitrag, lieber Marco!

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