Wenn wir geboren werden in einem Körper sinkt das Bewusstsein immer tiefer in die Stofflichkeit des Irdischen und irgendwann haben wir vergessen wer wir wirklich sind und wo wir herkommen. Wir lernen, indem wir uns an unseren nächsten Bezugspersonen, unseren Eltern, orientieren und diese nachahmen. Je nach Geschlecht, als Mädchen mehr an der Mutter und ihrer Weiblichkeit und als Junge am Vater, an seiner Art Männlichkeit zu leben.

In dieser Identifikation werden wir groß und glauben so zu sein, ohne uns lange Zeit darüber Gedanken zu machen. Es gilt als normal, wenngleich es uns von unserer ursprünglichen Natürlichkeit zu trennen vermag. So übernehmen wir unbewusst die Ansichten und Einstellungen unserer Eltern. Manchmal gehen wir auch bewusst in die Opposition, ohne zu bemerken, dass wir damit immer noch nicht wir selbst sind.

Wir treiben lange im Strom des Lebens bis wir allmählich über viele Inkarnationen hinweg erwachen. Auf dieser Reise haben wir uns in den vergangenen Jahrtausenden überwiegend am Materiellen orientiert, uns daran gehängt und sind oftmals stecken geblieben in Abhängigkeit. Wir haben uns dabei verheddert und begrenzt mit unseren Einstellungen und Ansichten.

 

Der Ruf des Lebens

Eines Tages vernehmen wir tief in uns den Ruf des Lebens. Es beginnt oftmals mit einem Gefühl der Unzufriedenheit, das mit jedem Tag stärker wird. Jetzt, wo die Lebenssonne den Zenit überschritten hat, spürt wir, dass etwas in uns sich nach etwas sehnt, das wir bisher trotz all unserer Anstrengungen in der äußeren, materiellen Welt nicht gefunden haben. Es dämmert uns langsam, dass wir das, wonach es uns wirklich verlangt, auch in unseren Beziehungen nicht finden. Vor allem dann nicht, wenn wir darin vor allem eine emotionale Sicherheit zu finden glaubten.

Vielen fällt es schwer die gewohnte, alte Sichtweise auf das, was Sicherheit und Erfüllung zu schenken vermag, aufzugeben. So führt der Strom des Lebens uns hinein in seine Stromschnellen. Die Lebensreise wird chaotisch, alte Sicherheiten brechen weg, müssen losgelassen werden. In dieser Not findet oftmals die innere Wende statt. Unser Fokus dreht sich um 180° von außen nach innen und in der inneren Dämmerung eines neuen Morgens erwachen wir langsam in unsere wahre Natur, in unser Selbst hinein.

 

Befreiung inmitten der Stromschnellen

Dies geschieht gerade auf breiter Ebene im Kollektiv. Der Strom des Lebens hat das Kollektiv Menschheit mit zu den Stromschnellen genommen, die das, was bisher Sicherheit zu schenken vermochte, zerstört und auflöst. Die Menschen verlieren die Sicherheit im Außen und sind gezwungen ihre einstigen Stand- und Stützpunkte aufzugeben.
Viele fühlen sich dabei wie Treibholz, den großen nicht beherrschbaren Kräften ausgeliefert. Ihre Angst spiegelt ihnen auf ihrer Lebensleinwand Teufel und Bösewichte. Die Gefühle jedoch, die diese Dämonen auf die Lebensleinwand projizieren, schummern schon seit langer Zeit tief im Unterbewusstsein. Jetzt, geschüttelt und gebeutelt von der evolutionären Kraft des derzeitigen Wandels, gelangen sie ans Licht, offenbaren sich in der Außenwelt. Der unbewusste Mensch bekämpft sie, um nicht von ihnen beherrscht zu werden. In diesem Kampf gegen das augenscheinlich Böse, das seinen Ursprung in ihm selbst hat, ist der Mensch erneut gefangen und wird darin sogar untergehen.

 

Einem neuen Morgen entgegen

Wem es gelingt loszulassen vom äußeren Schein der Dinge und sich vertrauensvoll dem Strom des Lebens hinzugeben, den trägt der Lebensstrom schließlich durch die Stromschnellen hindurch zum großen Wasserfall.

Getragen von der evolutionären Kraft des Lebens gelangt die Menschheit auf eine neue Ebene, in ruhigere Gefilde. Hier kann das neue Wir, das neue Miteinander auf dem Urgrund von Vertrauen gedeihen. Und im erwachten Geist der bewussten Verbundenheit mit allem Lebendigen und dem Leben schöpft und kreiert die Menschheit eine neue Welt.

 

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